Ohne MPU...
...wird es so gut wie unmöglich, den Führerschein wieder zu bekommen.
Eignung selbst in Frage gestellt
Durch seine Auffälligkeit hat der Verkehrsteilnehmer seine Eignung selbst in Frage gestellt. Immerhin hat er erhebliche bzw. wiederholte Alkoholmengen zu sich genommen und damit fahrlässig die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf genommen. Oder er hat durch Drogenkonsum bzw. durch überdurchschnittliches Überschreiten von Verkehrsvorschriften andere gefährdet. Die Straßenverkehrsbehörde hat daraufhin das Vertrauen in seine verkehrsrelevante Zuverlässigkeit verloren. Als Punktesammler hat er sich als unbelehrbar bzw. unfähig, aus seinen Fehlern zu lernen, selbst dargestellt. Als Alkohol- oder Drogenkonsument handelte er verantwortungslos.
Die MPU als Chance
Die MPU bietet dem Probanden die Chance, die Behörde nach einer gewissen Zeit der innerlichen Umorientierung, vom (Wieder-) Erwerb der Eignung zu überzeugen. Keineswegs ist die MPU eine zweite Strafe! Die MPU will nicht bestrafen, sondern die (wieder-) erlangte Eignung feststellen. Wird die Eignung festgestellt, kann der Proband wieder seinen Führerschein erwerben bzw. zurückerhalten. Kann die Eignung nicht festgestellt werden, so hat sich der Proband nicht (genügend) gewandelt. Gewissermaßen bestraft ihn die MPU für den Nichtvollzug einer notwendigen Wandlung, keineswegs aber für eine vorangegangene Auffälligkeit, für die der Proband ja auf andere Weise bereits bestraft wurde.
Professionelle Hilfe bei der MPU-Vorbereitung
Möglichst frühzeitig nach dem Fahrerlaubnisentzug sollte der Betroffene ein erstes Gespräch mit einem Verkehrspsychologen oder Verkehrstherapeuten suchen. So können die Weichen frühzeitig richtig gestellt werden! Es wäre doch schade, wenn der Proband den Gutachter nur deshalb von seiner Wandlung nicht überzeugen kann, weil z. B. eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte fehlt. Der Profi kann dem Probanden rechtzeitig sagen, ob z.B. das Erlernen kontrollierten Umgangs mit Alkohol erfolgversprechend aussieht oder ob Abstinenz zu empfehlen wäre. Oder Drogenscreenings. Oder ...
Das MPU-Gutachten
Der MPU-Gutachter sieht sich immer wieder in der Position des Belogenen und des Buhmannes. Jeder MPU-Proband schildert ihm, Veränderungen vorgenommen zu haben. Aber nur die wenigsten haben das wirklich (oder richtig) gemacht. Deshalb forscht der Gutachter stets nach vorausgegangenen Erkenntnissen. die die Veränderungen bewirkt haben. Nur eine vollständig erkannte Gefahr bietet die Chance gebannt zu werden. Ob die Chance der MPU genutzt wird, ist eine andere Frage. Wenn aber Gefahren (Fehler und/oder Schwächen) falsch eingeschätzt werden, so kann ihnen auch nicht adäquat begegnet werden. Natürlich wird der MPU-Gutachter auch hinsichtlich der Erkenntnisse häufig belogen. Deshalb lässt er sich die Erlebnisse bzw. Erfahrungen aus dem Wandlungsprozess beschreiben. Vereinfacht gesagt: Wenn dem MPU-Gutachter jemand erzählt, er sei von A nach B getrampt, er ihm aber nicht glaubt, braucht er ihn nur nach seinen Erlebnissen unterwegs zu fragen. Ist er wirklich getrampt, kann er was erzählen. Ist er es nicht, wird er als Lügner entlarvt. All diese Wege, Erkenntnis- u. Wandlungsprozesse bis zur MPU, ohne Profi richtig vollziehen zu wollen, ist wohl nur wenigen möglich. So wie die meisten Menschen einen Rechtsweg nicht ohne Anwalt beschreiten, so sollte eine MPU nicht ohne die Unterstützung eines Verkehrspsychologen oder -therapeuten angegangen werden.
Ohne MPU kein Führerschein.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Sie können ohne MPU versuchen, den Führerschein wieder zu erlangen. Wir empfehlen aber auf jeden Fall eine MPU-Vorbereitung durchzuführen um die MPU-Fragen zu beantworten, denn ohne MPU ist Ihr Führerschein nichts wert.